
Rund um das Enzland Festival kritisiert OB-Kandidat Paul Renner den Einsatz von Fahrzeugsperren als teilweise unverhältnismäßig und praxisfern. Der Veranstalter hat darauf hingewiesen, dass das Gelände vollständig eingezäunt war, alle wenigen Zugänge bereits gesichert wurden – beispielsweise der Haupteingang mit Gängelgittern und Schleusen, die Notausgänge mit festen bzw. Rollzäunen und Backstage-Zufahrten zusätzlich durch Zelte, Pkw und Transporter blockiert waren. Zudem bestand in alle Richtungen freies Feld mit weitläufigen Entfluchtungsmöglichkeiten. „Sicherheit darf keine Show sein. Mobile Poller an der Straße bringen nichts, wenn man links und rechts vorbeifahren kann und das Gelände ansonsten durch Zäune, Aufbauten und Hindernisse rundum gesichert ist. Ich beende Sicherheits-Kulissen und setze auf passgenaue, wirksame Maßnahmen“, so Renner.
In seiner Funktion als Stadtrat hat Renner dazu eine offizielle Anfrage bei der Stadtverwaltung gestellt. Er wollte wissen, wie sinnvoll es ist, eine Zufahrt mit einer Fahrzeugsperre zu blockieren, wenn unmittelbar daneben eine Umfahrung über Grünflächen möglich ist. Die Verwaltung bestätigte in ihrer Antwort unter anderem drei Zufahrten (Nord, Ost, Süd) mit jeweils Armis-One-Modulen und verwies auf zusätzlich geparkte Fahrzeuge, Umzäunung und Bühne als Gesamtsystem, räumte aber auch ein, dass nicht jede Veranstaltung vollumfänglich geschützt werden kann und immer ein Restrisiko bleibt. „Die Antwort zeigt: Es wurde gedacht, aber nicht zu Ende geplant. Ohne echte Vor-Ort-Begehung mit Veranstaltern und Sicherheitskräften bleiben Lücken. Ich will Sicherheit mit Plan statt Maßnahmen nach Schema F“, betont Renner.
Renner macht deutlich, dass das Enzland Festival hier nur ein Beispiel ist. Ähnliche Situationen können bei Stadtfesten, Vereinsjubiläen, Sportveranstaltungen oder Dorffesten auftreten. „Ich will, dass sich alle Veranstalter, vom großen Festival bis zum kleinen Vereinsfest, darauf verlassen können, dass Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll, wirksam und gleichzeitig praktikabel sind. Die Vereine und Ehrenamtlichen, die solche Veranstaltungen auf die Beine stellen, brauchen verlässliche und nachvollziehbare Vorgaben, keine pauschalen Standardlösungen“, so Renner.
Als Oberbürgermeister will er daher künftig verbindliche Vor-Ort-Termine mit Veranstaltern, Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt vor jeder größeren Veranstaltung durchführen, um potenzielle Gefahrenstellen realistisch zu bewerten. Sperren sollen nur dort eingesetzt werden, wo sie physisch wirken können, und jede Maßnahme muss mit einer klaren Begründung und Alternativenprüfung hinterlegt werden. Zudem will Renner Verantwortlichkeiten eindeutig festlegen und nach jeder Veranstaltung eine gemeinsame Auswertung mit allen Beteiligten durchführen.
„Ich will pragmatische Sicherheit, die Menschen wirklich schützt und Veranstaltungen nicht lahmlegt. Dafür höre ich den Praktikern zu, gehe selbst vor Ort und entscheide mit Augenmaß“, erklärt Renner abschließend.


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