
Der Zustand der Aktionswiese in den Enzgärten beschäftigt zunehmend die
Bürgerschaft in Mühlacker. Kahle Stellen, verdichteter Boden und sichtbare
Abnutzungserscheinungen geben Anlass zur Sorge. Stadtrat und OB-Kandidat, Paul
Renner, hat dieses Thema aufgegriffen und eine offizielle Anfrage an die
Stadtverwaltung gestellt. Die nun vorliegende Antwort zeigt aus seiner Sicht
dringenden Handlungsbedarf auf.
„Die Enzgärten sind ein zentraler Ort des städtischen Lebens – ein Ort für Begegnung,
Freizeit und Veranstaltungen. Wenn diese Fläche immer stärker leidet, ohne dass wir
gegensteuern, verlieren wir nicht nur einen wichtigen Freiraum, sondern auch ein
Stück Lebensqualität“, betont Renner. Laut Auskunft der Verwaltung wird die Wiese
zwar rund elfmal jährlich gemäht, darüber hinaus findet jedoch keine regelmäßige
Pflege statt. Weder Düngung noch Bewässerung oder Nachsaat sind vorgesehen.
Maßnahmen erfolgen nur dann, wenn sich der Zustand bereits massiv verschlechtert
hat – zuletzt etwa nach dem Weihnachtsmarkt 2018, dessen Nachwirkungen über
30.000 Euro kosteten.
Die Fläche wird jährlich für rund 15 Veranstaltungen genutzt, darunter auch sehr
belastende Formate wie das Straßenfest mit dem Hardrock-Zelt oder gelegentliche
Zirkusauftritte mit schweren Fahrzeugen. Gleichzeitig fehlen Informationsschilder oder
begleitende Kommunikation für Besucherinnen und Besucher, um auf einen
sorgsamen Umgang mit der Fläche hinzuweisen. Auch Veranstalter erhalten laut Stadt
lediglich bei Genehmigungen Hinweise zur Nutzung – ein systematisches Konzept gibt
es nicht.
„Dass die Fläche unter dieser Dauerbelastung leidet, ist offensichtlich – die Lösung
kann aber nicht sein, den Zustand einfach hinzunehmen“, so Renner. Stattdessen
schlägt er ein pragmatisches und sofort umsetzbares Maßnahmenpaket vor, das mit
überschaubaren Mitteln realisierbar ist. Dazu gehört unter anderem eine punktuelle
Nachsaat im Herbst sowie die bereits geplante Tiefenlockerung der Bodenstruktur, um
die Entwässerung zu verbessern und die Regeneration zu unterstützen. Ebenso
sollten mobile Rasenschutzmatten bei Veranstaltungen mit Technik oder Fahrzeugen
eingesetzt werden, um punktuelle Verdichtungen zu verhindern. Ergänzend fordert
Renner, besonders beanspruchte Flächen nach Großveranstaltungen zeitweise
abzusperren, um eine Erholung des Rasens zu ermöglichen.
Renner betont, dass all diese Maßnahmen keine Großinvestitionen erfordern: „Eine
Nachsaat kostet wenige tausend Euro, mobile Schutzmatten können mehrfach genutzt
werden, und eine bessere Veranstaltungslenkung ist vor allem eine Frage der
Organisation. Es geht um politischen Willen, nicht um Millionenprojekte.“ Er fordert
daher ein nachhaltiges Pflege- und Nutzungskonzept, das auch unter denBedingungen angespannter Haushalte umsetzbar ist. „Wer eine lebendige Stadt will,
muss auch bereit sein, in ihre Freiräume zu investieren – nicht immer mit großen
Summen, aber mit klarem Konzept und Verantwortung.“
Für Renner ist klar: Die Aktionswiese ist ein Symbol für das, wie Mühlacker mit seinen
öffentlichen Räumen umgeht. „Wenn wir nicht pflegen, verlieren wir. Ich werde mich
auch weiter dafür einsetzen, dass aus punktuellen Reparaturen endlich eine
nachhaltige Lösung wird.


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